Die Knowtech 2014 – Eindrücke direkt danach

Dirk Dobiéy Konferenzen, Wissensmanagement 1 Comment

Das wichtigste vorweg: Die Knowtech 2014 war dieses Jahr wieder eine Reise wert, denn Sie entwickelt sich inhaltlich und organisatorisch in eine positive Richtung. Aber reicht das?

Der Inhalt

Inhaltlich standen nicht mehr (nur) die klassischen Themen des Wissensmanagements im Vordergrund. Der Blick der Veranstalter, Vortragenden und Teilnehmer richtete sich mehr in die Zukunft. Aufbauend auf einer sechzehnjährigen Historie voller Erlebnisse, Ereignisse und Erfahrungen ist dies eine sehr gute Entwicklung. Überall war spürbar, in Vorträgen, interaktiven Formaten und Gesprächen, dass es um mehr geht. Ethik, soziale Aspekte, Kompetenzen der Zukunft wurden genauso leidenschaftlich diskutiert wie technische Innovationen (z.B. aus diesen Bereichen: Cognitive Computing, Big Data, Erweiterte Realität und Automatisierung der Wissensarbeit). All diese Themen werfen die Frage auf, wie wir in Zukunft arbeiten (und leben) und welcher Arbeit wir in welcher Art und Weise nachgehen werden. Die omnipräsente Diskussion darüber, ob es den Begriff Wissensmanagement überhaupt noch gibt, zeigt, dass es Zeit ist, neu zu justieren. Ich votiere dafür, die Knowtech zur Community zu entwickeln, die es sich zur Aufgabe macht, den (Wissens-)Arbeitsplatz der Zukunft zu gestalten: „THE workplace community & conference“. Der BITKOM bietet einen hervorragenden Rahmen, um die gemeinsamen Ideen weiter zu tragen und Einfluss zu nehmen. Die Knowtech ist eine etablierte Marke. Das ist ein Pfund, mit dem man wachsen kann. Mehr Cross-Disziplinarität ist erforderlich. Mehr Internationalität könnte der Veranstaltung ebenfalls gut tun.

Offensichtlich ist, dass die Teilnehmer sich in der Rolle der Gestalter organisatorischer und gesellschaftlicher Veränderung sehen, und so waren gerade die interaktiven Formate, bei denen der gegenseitige Austausch und die Diskussionen im Vordergrund standen (wie z.B. das Open Innovation Format von Avilox), eine willkommene Ergänzung der klassischen Vortragsformate. Gleichzeitig profitierten die Teilnehmer von Beiträgen, die konkrete Hilfestellungen und Lernerfahrungen anboten, die im Hier und Jetzt verankert sind. Hier möchte ich Cogneons Multimedia Session hervorheben. Die Ambiguität zwischen Jetztzeit und möglicher Zukunft scheint kein Widerspruch zu sein sondern ein mögliches Grundprinzip für zukünftige Veranstaltungen. Vielleicht ist es machbar, die Inhalte der Konferenz auch so zu strukturieren. Ein Idee, die einige von uns beim abendlichen Austausch entwickelten, war die Aufteilung in Inspiration (Zukunft), Tutorial (mit den Händen machen), Interaktion (gemeinsames Arbeiten) und der allseits beliebte „Anwenderbericht“. Keynotes und Vorträge darf es gerne auch weiterhin geben – aber bitte etwas reduzierter.

Das Format

Der Kongresspark Hanau tut gut in seiner Abgeschiedenheit vom Trubel der Metropole Frankfurt und wenn die Züge fahren, kommen auch alle prima hin. Die Architekten und Akustiker haben das Gebäude gut gestaltet, so dass trotz der Vielzahl der Teilnehmer, der Gespräche eine entspannte Grundstimmung herrschte. Beim Blick nach draußen auf einen Park mit unzähligen Grünschattierungen vergisst man gern die Möglichkeit künstlicher Intelligenz. Wissen Maschinen so etwas zu schätzen? Überhaupt war der Ablauf reibungslos. Registrierung, Orientierung, Verpflegung – alles wunderbar und einer positiven Grundstimmung zuträglich. Die Aussteller präsentierten sich ebenfalls in einer familiären Atmosphäre und alle Veranstaltungen fanden in einem professionellen Rahmen statt. Man merkte gleich, es ist nicht das erste, sondern sechzehnte Mal (Respekt!). Gleichzeitig bekommt man den Eindruck, die Veranstaltung, die sich mit Wissensarbeit beschäftigt, ist etwas in der Zeit stehen geblieben. Hat der Schuster wiedereinmal die schlechtesten Schuhe? Viele Teilnehmer haben uns berichtet, sie wünschten sich mehr Interaktion, Teilhabe, Community. Das sollte die Macher – und ich oute mich als einer der Mitglieder im Programmkomitee – nicht abschrecken sondern dazu ermuntern, mutiger zu sein. Wie mir mehrfach berichtet wurde, geht es im Kern darum, dass wir „die Knowtech nicht als Veranstaltung begreifen, sondern als Community“. Dazu gehört, dass es einen Rahmen gibt, in dem Kollaboration über das ganze Jahr hinweg statt finden kann. Das Event hat 365 Tage! Viele Inhalte und Präsentationen können vorab per Video verteilt werden und müssen gar nicht in dem Maße Teil der Veranstaltung sein, die dann mehr Raum für den Austausch lässt. Das Publikum sollte teil haben an der Gestaltung der Agenda und der Moderation – auch völlig freier Formate, die sich erst vor Ort entscheiden. Das alles sind sicherlich keine neuen Vorschläge und vieles wurde auch bereits versucht. Dennoch – es geht immer noch besser. Packen wir es an, hat Herr Prof. Niemeier zum Ende einer der Diskussionsrunden gesagt – recht hat er!

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